Eine besondere Bildungsreise führte 37 Mitglieder des DRK-Ortsvereins Neubulach/Neuweiler e.V. Ende Juni nach Norditalien. Vier Tage lang tauchte die Gruppe in die Geschichte und Gegenwart der weltweiten Rotkreuzbewegung ein und erlebte dabei einen der bewegendsten Momente des Roten Kreuzes hautnah mit: die Fiaccolata, den alljährlichen Fackelzug von Solferino nach Castiglione delle Stiviere.
Die Reisegruppe war bunt gemischt wie das Rote Kreuz selbst. Von Kindern bis in die Siebziger war jede Lebensphase vertreten, alle vereint durch das gemeinsame Engagement im Zeichen des Roten Kreuzes. Neben dem historischen Programm stand auch Sightseeing auf dem Plan: Sirmione am Gardasee und das römische Verona boten kulturelle Abwechslung und machten die Reise zu einem rundum bereichernden Erlebnis.
Den historischen Kern der Reise bildete der Besuch des Internationalen Rotkreuzmuseums in Castiglione delle Stiviere, das die Entstehungsgeschichte der Bewegung eindrucksvoll dokumentiert und bis in die Gründerjahre von 1859 zurückführt. Dort, wo der Genfer Kaufmann Henry Dunant einst gemeinsam mit Frauen aus der Stadt Tausende Verwundete nach der blutigen Schlacht von Solferino versorgte, erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Geschichte als greifbare Wirklichkeit.
Das absolute Highlight der Reise war jedoch der Fackelzug am Abend der Fiaccolata. Gemeinsam mit rund 6.000 Rotkreuzangehörigen aus der ganzen Welt machten sich die Neubulacher auf den knapp acht Kilometer langen Weg von Solferino nach Castiglione, auf denselben Wegen, auf denen vor 167 Jahren Verwundete in die Notlazarette gebracht wurden. Trotz sommerlicher Hitze und dem langen Marsch blieb die Stimmung während des gesamten Zuges ausgelassen und mitreißend. Ein nicht enden wollender Strom von Fackelträgern, Fahnenabordnungen und Rotkreuzlern aus Dutzenden Nationen zog durch die Nacht. Der interkulturelle Austausch entlang der Strecke, das gemeinsame Laufen mit Menschen aus aller Welt und die beeindruckende Atmosphäre des Zuges sorgten trotz aller körperlichen Anstrengung für Gänsehautmomente, die niemand so schnell vergessen wird.
Alle Beteiligten zeigten sich nach der Reise tief bewegt und dankbar, Teil dieses einmaligen Ereignisses gewesen zu sein. Der Ausflug an die Wurzeln des Roten Kreuzes habe nicht nur das Bewusstsein für die Geschichte der Bewegung gestärkt, sondern auch das eigene Engagement in der Organisation nochmals bekräftigt, so der einhellige Tenor der Teilnehmenden. Was vor 167 Jahren als Impuls eines einzelnen Mannes begann, trägt heute Millionen Menschen weltweit und bewegt sie zum Helfen.






